Facebook kauft WhatsApp und ich hab nur wenig Möglichkeiten meine Konsequenzen daraus zu ziehen. Leider sind alle aktuell populären „Chat“ Systeme direkt an die App gekoppelt und ich „muss“ zwangsläufig die App benutzen die mein Freundeskreis bevorzugt.

WhatsApp benutzt intern das XMPP-Protokoll und arbeitet dadurch ja theoretisch dezentral und auch Telegram hat beispielsweise eine Art offenes Protokoll gebaut… Das Problem: Woher wissen auf welchem Server der Andere angemeldet ist.

Seit WhatsApp die Identifizierung über die Telefonnummer (statt einer z.B. E-Mail Adresse) eingeführt hat, sind viele anderen diesem Beispiel gefolgt und es gibt nichts Verwerfliches daran. Jeder der eine solche App nutzt hat zwangsläufig ein Telefon, was bedeutet dass er auch eine Telefonnummer hat und die Wahrscheinlichkeit dass in seinem (Telefon-)Adressbuch mehr Telefonnummern als E-Mail Adressen stehen ist auch sehr hoch. Prinzipiell also eine gute Idee! Leider kann man aber anhand einer Telefonnummer nicht auf einen Server (mal abgesehen vom Telekommunikations-unternehmen) schließen und das bedeutet, dass das Verfahren leider auch nur zentral funktionieren kann. Nutze ich WhatsApp, kann man mich nur über die WhatsApp-Server erreichen, für Telegram läuft die Kommunikation nur über die Telegram-Server usw.

Um mit XMPP oder anderen Protokollen wirklich dezentral arbeiten zu können, müsste man über die Telefonnummer erfahren können welchen Chat-Server der Andere benutzt. Vielleicht über so eine Art Tel to Id – Service oder über andere Protokolle wie z.B. SMS. Damit könnte sich jeder selbst den Client seines Vertrauens aussuchen und alles wäre gut besser 😉

Trusted Identities in Cyberspace
Die amerikanische Regierung veröffentlicht ein erstes Paper zur National Strategy for Trusted Identities in Cyberspace.

Today, I am pleased to announce the latest step in moving our Nation forward in securing our cyberspace with the release of the draft National Strategy for Trusted Identities in Cyberspace (NSTIC). This first draft of NSTIC was developed in collaboration with key government agencies, business leaders and privacy advocates.

In wie weit Organisationen wie die Open Identity Exchange-, OpenID– oder Information Card-Foundation involviert sind, geht aus dem Paper noch nicht ganz hervor.

» National Strategy for Trusted Identities in Cyberspace
» Open Identity Exchange

Messenger Connect
Microsoft will sich mit Messenger Connect einen Platz neben Facebook Connect, Google Friend Connect, Sign in with Twitter, MySpaceID und Yahoo! ID erkämpfen.

Messenger Connect allows users to communicate, share, and connect with their Messenger friends on other websites. It is a flexible, yet prescriptive set of APIs to help create intuitive experiences that can be tightly integrated into a website or another app.

Die Redmonder setzen dabei fast ausschließlich auf offene Standards: OAuth WRAP, Portable Contacts, ActivityStrea.ms, und OData. Außerdem folgen sie höchst ehrbaren Prinzipien:

  • Data portability (you own your data)
  • You have control over your data
  • Right data for the right scenario

Beim lesen der Blogposts könnte man meinen man wäre versehentlich im DataPortability Wiki gelandet 🙂 …mal schau’n was Microsoft daraus macht!

» Windows Live Messenger Connect is now available
» Developing with Messenger Connect: Recognizable & intuitive

Plaudern über XMPP
Die VZ-Gruppe testet das Extensible Messaging and Presence Protocol für ihren Plauderkasten. Großartig!

» XMPP Chat Beta

Die verlinkten Spezifikationen wurden gemäß den aktuellen Änderungen (vom 13. April 2010) angepasst. Letztes Update 04.05.2010.

OneSocialWeb ist ein Projekt der Vodafone Group Research and Development und definiert ein Protokoll basierend auf XMPP (besser bekannt unter dem Namen Jabber) welches free, open, and decentralized social applications ermöglichen soll.

OneSocialWeb - Creating a free, open, and decentralized social networking platform.

Die Idee ist gar nicht so doof… Immerhin besitzt das XMPP Protokoll fast alle Eigenschaften die für ein dezentrales Social Network wichtig sind:

  • Eindeutiger Identifier (z.B. username@jabber.org) (mit Webfinger auch OpenID möglich)
  • Profil-Informationen (XEP-0054)
  • Kontakte (XEP-0083)
  • Dezentraler Aufbau

…und die Gruppe arbeitet an diversen XMPP Erweiterungen um das Protokoll noch sozialer zu machen:

Nachdem Facebook gestern angekündigt hat, dass der eigene Chat jetzt auch über XMPP erreichbar ist und auch Google Talk das Jabber Protokoll nutzt, kann man sich sicherlich über ein paar spannende Implementierungen in naher Zukunft freuen!

(via: Marco Ripanti)

Weiterlesen

Joss Winn hatte schon im Mai darüber berichtet, dass WordPress.com jetzt auch XMPP unterstützt:

Just some notes on how to get XMPP notifications from any wordpress.com blog. It’s an experimental service so might not work tomorrow 😉

…und es hat in der Tat am nächsten Tag nicht mehr funktioniert. Durch den ganzen Trubel um WordPress, RSS cloud und dem Echtzeitweb in den letzten Tagen, bin ich auch wieder auf den WordPress XMPP-Service aufmerksam geworden und er scheint mittlerweile relativ stabil zu laufen.

Es sollte eigentlich mit jedem Jabber-Client funktionieren der PubSub (XEP-0060) unterstützt:

  1. Zuerst einen neuen Jabber/XMPP-Account hinzufügen:
    • Jabber ID
      name@im.wordpress.com
      Der name ist der WordPress.com Benutzer-Name gefolgt von “@im.wordpress.com”.
    • Password
      Das WordPress.com Passwort.
    • Jabber Server/Host
      im.wordpress.com
    • Port
      5222 (Standard-Port)
  2. Dann den WordPress-Bot als Kontakt hinzufügen: „bot@im.wordpress.com
  3. Für alle weiteren Anweisungen einfach dem WordPress-Bot eine Nachricht mit „help“ schicken.
  4. Fertsch 🙂

XMPP on WordPress.com

Nachdem man mit dem Befehl „sub <wordpress-url>“ einen Blog abonniert hat bekommt man alle neuen Posts auf den Jabber-Client und wenn es der eigene Blog ist, kann man sogar über z.B. Adium neue Blog-Posts verfassen.

Großartig!

…wer braucht da noch PubSubHubBub und RSS cloud 🙂

Weiterführende Links:

Auf der OSCON bzw. dem XMPP Summit (5) gab es einen interessanten Vortrag von Kellan Elliot-McCrea und Rabble wie man Authorization Tokens über XMPPs PubSub austauschen kann.

Peter Saint-Andre hat zusätzlich noch ein kleines Beispiel auf seinem Weblog veröffentlicht, wie der Ablauf eines solchen Austausches aussehen könnte.

Scenario: I want my Twhirl client to receive Kellan’s tune stream from last.fm via XMPP.

Weiter Links zu dem Thema:

(via)

Nach einem Blog-Eintrag von Florian Jensen will AOL für seinen Instant Messenger (kurz IM) AIM, zukünftig auf XMPP (oder auch Jabber) setzen.

Eine Anleitung im Jabber Wiki erklärt die Schritte:

  1. JIDs like uin@aol.com or username@aol.com
  2. Host: xmpp.oscar.aol.com : 5222
  3. Allow SASL PLAIN
  4. Turn on StartTLS
  5. Make sure there is no ‚@‘ in the resource (bug in the service). Some clients by default add a resource with an @ in it. So you have to overwrite this

Ich hab das ganze mal mit Adium ausprobiert und mit folgende Einstellungen sollte es funktionieren:

aol-jabber-adium.jpg

Das ganze läuft noch etwas holprig, aber nach ein paar Versuchen hab ich’s dann doch geschafft zu verbinden.

aol-jabber-online.jpg

Vorerst kann man nur anderen AIM-Usern Nachrichten schreiben, aber das wird wohl daran liegen dass der Server noch Beta ist.

Wäre schön wenn AOL XMPP weiter ausbauen würde, um nach dem Einsatz von OpenID einen weiteren großen Schritt in Richtung DataPortability zu gehen.
Wenn jetzt auch noch Yahoo! und Microsoft auf den Offenen Standard umsteigen würden, könnte man in Zukunft vielleicht über einen Account mit ICQ, AIM, Y! Messenger und MSN Nutzern in Kontakt zu treten.

Weiterführende Links: