W3C Community Logo(Kleiner Nachtrag zu der „OAuth ist tot“ Kolumne in der SCREENGUIDE Ausgabe 15 um zu zeigen, warum gerade das W3C auch für Community Formate durchaus nützlich sein kann)

Vor ein paar Wochen kam eine E-Mail mit der Bitte, an einer Umfrage zu den W3C Community and Business Groups teilzunehmen und das hat mich daran erinnert, dass ich mich bisher noch gar nicht zu dem Thema geäußert habe… das hole ich hiermit kurz nach!

Ich beschäftige mich ja jetzt schon eine ganze Weile mit dem Web und seinen diversen Formaten, Standards, Techniken, Spezifikationen usw. usf. Leider ist das Web aber ziemlich vergänglich und eine Menge guter Ideen und Formate sind, aus Mangel an Interesse, mangelndem Durchhaltevermögen, nicht genug Ruhm oder einfach nur aus kurzfristigen „Publicity“ Interessen wieder spurlos verschwunden.

Hier ein paar Beispiele:

  • MicroID – Ein simples Format um das leidige Thema „Webseite verifizieren“ zu vereinheitlichen. Domain nicht mehr erreichbar!
  • POSHFormats – POSHFormats wollte alle Websemantiken sammeln die es leider nicht zu einem Microformat geschafft haben. Domain nicht mehr erreichbar!
  • MicroJSON – Ein Projekt welches sich mit der JSON-Serialisierung von Microformats beschäftigt hat. Zum Glück hat die Diskussion einen Weg ins Microformats-Wiki gefunden. Domain nicht mehr erreichbar!
  • Portability Policy – Das DataPortability Vorzeige-Projekt wollte eine vereinheitlichte Policy für die Portability von Daten schaffen. Domain nicht mehr erreichbar!
  • Microsyntax – Eine Sammlung von Microblogging Syntaxen wie z.B. das „@username“ oder „RT“. Domain nicht mehr erreichbar!
  • AXSchema.org – Die Seite wollte die Attribute für OpenIDs Attribute Exchange sammeln. Domain nicht mehr erreichbar!
  • Monkeyformats.org – Eine etwas schräge Idee, Webseiten per Greasemonkey-Scripts mit Microformats zu versehen um sie dann mit Microformats-Plugins interpretieren zu können. Alleine wegen dem Namen aber schon großartig :(|)! Domain nicht mehr erreichbar!
  • Bioformats – Mikroformate um biologische Daten abzubilden. Domain wurde verkauft!

…um nur einige zu nennen. Ob jetzt alle Projekte gut waren, darüber lässt sich streiten, aber es ist auf alle Fälle schade dass sie mittlerweile gar nicht mehr erreichbar sind. Viele Ideen waren vielleicht zu früh gedacht oder das Problem, das sie versuchten zu beheben, war einfach noch nicht groß genug. Oftmals braucht es vielleicht einfach nur ein wenig mehr Zeit! Lange Rede, kurzer Sinn: Die W3C Communities bieten genau für diese Community Formate die ideale Plattform:

A W3C Community Group is an open forum, without fees, where Web developers and other stakeholders develop specifications, hold discussions, develop test suites, and connect with W3C’s international community of Web experts. Community Groups may produce Specifications; these are not standards-track documents but may become input to the standards process. For instance, a Community Group might gather to work on a new technical specification, or convene to have discussions about a tutorial for an existing specification.
W3C FAQ

Auch wenn aus den Formaten kein „Standard“ werden sollte, so sind sie beim W3C doch besser aufgehoben und HOFFENTLICH auch für längere Zeit erreichbar! Gerade Junge Projekte wie „Unhosted Web“ oder „Federated Social Web“ scheinen die W3C Communities gut anzunehmen und auch Facebook forciert eine „Mobile Web“ Gruppe (die jetzt vielleicht nicht mehr so aktiv betrieben wird ;)).

Vielleicht macht sich jemand ja mal die Mühe und zieht zumindest die MicroID und die Portability Policy um!

Das W3C über das „Standards-based, Open and Privacy-aware Social Web„.

While the best known current social networking sites on the Web limit themselves to relationships between people with accounts on a single site, the Social Web should extend across the entire Web. Just as people can call each other no matter which telephone provider they belong to, just as email allows people to send messages to each other irrespective of their e-mail provider, and just as the Web allows links to any website, so the Social Web should allow people to create networks of relationships across the entire Web, while giving people the ability to control their own privacy and data.

…darum geht es in der neusten Webstandards Kolumne der nächsten Ausgabe des Webstandards-Magazins (kommt am Freitag (24.09.2010) in den Fachhandel). Hier ein kleiner Auszug:

Die OpenID Foundation hat bisher großartige Arbeit geleistet: OpenID hat die Single Sign On-Idee massentauglich gemacht, die DataPortability-Bewegung maßgeblich geprägt und Facebook und Twitter in ihren Connect-Systemen inspiriert. Aber langsam kommt der Standard in die Jahre. User wollen sich nicht mehr einfach nur einloggen, sie wollen Freunde finden, Aktivitäten teilen und Vorschläge für interessante Inhalte erhalten.

Würde mich sehr über euer Feedback freuen!

…man kann sich übrigens gerade alle alten Ausgaben des Magazins für lau runterladen… kosten nur einen Tweet!

Da ich in den letzten Monaten nicht wirklich viel Zeit zum bloggen hatte, im (Open)Web aber trotzdem viel zu viel interessantes passiert und ich hackrs kurzen und prägnanten Schreibstil sehr schätze, versuche ich mich jetzt mal an einer OpenWeb-Version von Linkwertig und nenne es „OpenWeb-Notizen„… Das versuche ich jetzt mal jeden Mittwoch zu machen… eine Art OpenWeb-Wednesday so zu sagen…

DiSO 2
Steve Ivy (Mitbegründer des DiSo-Projekts) interviewt Tantek Çelik (geistiger Vater der Microformats) zu Distributed Social Networks. Im aktuellen Interview spricht Tantek über URL-Shortener: warum sie das Internet „verletzen“, warum man sie dennoch braucht, warum jeder seinen eigen Shortening-Service betreiben sollte und wie er das Problem für sich gelöst hat.

» Interview: Tantek Celik, Conceptualizing DiSo 2.0
» Tantek Celik on DiSo 2.0: Down to Brass Tacks

Tantek Çelik unterstützt Mozilla
…und nochmal etwas vom Mr. Microformat. Tantek soll dem Firefox-Team während der nächsten Monate mit seiner Open-/Web-Standards Erfahrung zur Seite stehen:

My belief is that by basing our work on simple, open, accessible Web standards, that we can help usher in a whole new era of distributed social Web sites.

» Mozilla hires open-standards guru Celik

Umfassende Microdata-Einführung
Mark Pilgrim befasst sich in seinem frei erhältlichen Online-Buch „Dive Into HTML5“ auch sehr detailliert mit dem Thema Microdata. Sehr empfehlenswert für Einsteiger und Fortgeschrittene!

» „Distributed“, „Extensibility“, & Other Fancy Words

Portability Policy
Die DataPortability Organisation veröffentlicht die Portability Policy. Die Policy soll eine Art standardisierte Zusammenfassung der Privacy Policy und der Terms of Services sein, mit der Plattformbetreiber auf die Portabilität ihrer Daten hinweisen können.

» Portability Policy

(Video) Podcasts
Es gibt wieder neue Folgen von „The SocialWeb TV“ und dem „OpenWebPodcast“:

» SocialWeb TV: Making Sense of Recent News
» OpenWebPodcast: Episode 29 – OpenWebNews

DataLiberation

DataLiberation ist ein Projekt von Google um die eigenen Nutzer darüber zu informieren, wie sie ihre Daten in Google-Produkte hinein und aus Google-Produkten wieder heraus bekommen:

Users should be able to control the data they store in
any of Google’s products. Our team’s goal is to
make it easier for them to move data in and out.

Vorerst beinhaltet DataLiberation.org nur hauseigene Dienste, das soll sich, laut TAZ, aber demnächst ändern:

Mit der „Data Liberation Front“ bietet Google Schnittstellen zum Austausch von Nutzerdaten – im ersten Schritt zwischen Google-Diensten, in Zukunft auch für Facebook und Co.

Vielleicht schafft Google mit DataLiberation ja das, woran DataPortability bisher gescheitert ist:

Data portability is the ability for people to reuse their data across interoperable applications. The DataPortability Project works to advance this vision by identifying, contextualizing and promoting efforts in the space.

In diesem Sinne also, fröhliches connecten, controlen, sharen und remixen.

via netzwertig

(vielleicht bauen Markus oder Marcel im nächsten Linkwertig ja mal IDs in die einzelnen Überschriften, damit man die Abschnitte direkt verlinken kann 😉 )

Das hab ich ja noch gar nicht erzählt…

webstandards-wuerze.jpg

…ich habe habe eine Kolumne im Webstandards-Magazin 🙂

Den ersten Versuch findet ihr in der zweiten (also aktuellen) Ausgabe. Themen sind, wie der Name schon sagt Webstandards, nur sehr viel weiter gefasst. Eigentlich könnte man auch Open Web Kolumne sagen. Es geht also um alles worum es auch hier im Blog geht… nur eben kolumnenmäßig 😉

Ich hatte die Ehre für die erste Folge des Webstandards Magazin einen Artikel über Microformats zu schreiben. Titel des Artikels ist „Semantic Surfing“ und es geht um Microformats, Firefox, Operator und Ubiquity… mehr wird nicht verraten 🙂

webstandards-magazin.jpg

Ein weiterer Grund sich das Magazin zu kaufen, ist übrigens der ziemlich umfassende Artikel zum Thema RDFa von Michael Jendryschik (dem Mann hinter mikroformate.de).

Also ab in den Zeitschriften-Laden und dat Dingen kaufen 🙂

…ich würde mich übrigens auch sehr über Feedback freuen!

Nachdem ich nochmals nach Informationen über die beiden XHTML Formate (2.0 & 5.0) gesucht habe, bin ich auf einen ganz interessanten Artikel auf xhtml.com gestoßen, der recht ausführlich auf die Unterschiede der beiden Formate und ihre Vor- und Nachteile eingeht.
Außerdem gibt es Gespräche mit dem XHTML 2 Team (W3C) und dem X/HTML 5 Team (WHATWG).

Update 19.03.2007
Jens Meiert hat sich den oben genannten Atrikel von xhtml.com vorgenommen und ihn übersetzt. [via]

Jens Meiert vergleicht in einem Artikel HTML 5 mit XHTML 5, außerdem geht er auf MIME-Typen, Parsen, Syntax, Markup, Zeichenkodierung, Scripting und Style Sheets der neuen Formate ein und vergleicht sie (so weit möglich) mit HTML 4.01 und XHTML 1.x. Sehr interessant und auf alle Fälle lesenswert. [VIA]

Mein Problem (und nicht nur ich bin verwirrt) bei der ganzen Sache ist, dass ich bisher dachte die WHATWG würde sich um das Format HTML 5 kümmern und die W3C um XHTML 2. Jetzt lesen ich die WHATWG plant schon XHTML 5.

Ich hoffe dass das alles noch eine Ordnung findet und nicht etliche Standards parallel entwickelt werden wie z.B. bei Blu-ray und HD-DVD.