Manu Sporny und die RDFa Task Force haben es doch noch nicht geschafft, Ian Hickson davon zu überzeugen RDFa in HTML5 zu integrieren und versuchen es jetzt im Alleingang. Es gibt auch schon einen ersten Editors Draft von HTML5+RDFa.

Besonders spannend finde ich folgenden Abschnitt aus Manu Spornys Blogpost zu dem neuen Draft:

I specifically did not remove the Microdata section from the HTML5+RDFa specification because it provides competition for RDFa – competition is a good thing. It forces the RDFa Task Force to re-think some assumptions we’ve made and to see if we can provide both backwards-compatibility and some of the features provided via Microformats as well as Ian’s Microdata proposal.

Ich versteh das jetzt mal so, dass endlich beide Parteien verstanden haben die RDFa Task Force verstanden hat dass sowohl RDFa als auch Microformats ihre Daseinsberechtigung haben und Microdata die Vorteile beider Standards schön vereint.

Mal schaun ob ich die Tage mal etwas Zeit finde, die einzelnen Standards nochmal detaillierter Vorzustellen bzw. zu Vergleichen und nochmal zu beschreiben warum die Idee hinter Microdata so großartig ist!

via Manu Sporny

Der Inhalt wure an die neusten Änderungen der Microdata-Spezifikation angepasst. Letztes Update 30.01.2010.

In dem Punkt, dass HTML semantischer werden muss, ist sich die Web-Welt einig, nur das „Wie“ ist noch nicht ganz klar. Aus verschiedenen Gründen (die alle sehr, sehr technisch sind) ist die WHATWG-Community bzw. Ian Hickson im speziellen, nicht sehr begeistert von dem bisherigen De-facto-Standard RDFa und hat deshalb vor ein paar Wochen Microdata als eine mögliche Alternative vorgestellt.

Microdata-Objekte bestehen eigentlich nur aus einer Vielzahl von Key/Value-Paaren. Ein Object wird durch einen umschließenden HTML-Tag mit einem itemscope-Attribut gekennzeichnet und hat mehrere Properties ausgezeichnet durch itemprop-Attribute.

<div itemscope>
 <p>Mein Name ist <span itemprop="name">Matthias</span>.</p>
</div>

Microdata ist für mich die gelungene Weiterentwicklung der Microformats-Idee unter Berücksichtigung von RDFa und prinzipiell lassen sich auch beide Standards mit Microdata umsetzen. Wie generell von HTML5 gewohnt, kann man auch Microdata auf viele verschiedene Weisen benutzen ohne den Standard zu verletzen.

Microdata im Microformats-Stil

Um z.B. eine hCard mit Microdata abzubilden muss man eigentlich nur die bisher verwendeten class durch itemprop-Attribute zu ersetzen und mit itemtype das Format festlegen.

<div itemscope itemtype="http://microformats.org/profile/hcard">
 <span itemprop="fn">Matthias Pfefferle</span>
 <img itemprop="photo" src="avatar.png" alt="Avatar" />
</div>

HTML5 und Microdata bieten außerdem eine ganze Reihe weiterer Tags und Attribute die alle bisherigen Microformats-Probleme beheben sollten. Aber darauf werde ich in einem extra Artikel noch detaillierter darauf eingehen.

Microdata im RDFa-Stil

item und itemprop können aber auch durch URIs (ähnlich wie RDFa) ausgezeichnet werden und würden sich dadurch relativ leicht (durch z.B. GRDDL) in klassisches RDF konvertieren lassen.

<div itemscope itemtype="http://www.w3.org/2001/vcard-rdf/3.0#">
  <span itemprop="http://www.w3.org/2001/vcard-rdf/3.0#fn">
    Matthias Pfefferle
  </span>
  <img itemprop="http://www.w3.org/2001/vcard-rdf/3.0#photo"
       src="avatar.png" alt="Avatar" />
</div>

Fazit

Trotz anfänglicher Skepsis bin ich immer begeisterter von dem neuen HTML5 Draft! Microdata fühlt sich einfach viel mehr nacht HTML an…

<div itemscope itemtype="http://microformats.org/profile/hcard">
  <a itemprop="url" href="http://notizblog.org">
    <span itemprop="fn">Matthias Pfefferle</span>
  </a>
</div>

…als RDFa.

<div xmlns:foaf="http://xmlns.com/foaf/0.1/">
  <span typeof="foaf:Person">
    <a property="foaf:name" rel="foaf:homepage" href="http://notizblog.org">
      Matthias
    </a>
  </span>
</div>

Trotzdem hoffe ich, dass man sich doch noch irgendwie einigen kann und sich vielleicht in der Mitte trifft. Zwei neue HTML-Spezifikationen (XHTML2 & (X)HTML5) sind schon verwirrend genug, da brauchen wir nicht auch noch zwei unterschiedliche Semantik-HTML-Standards

Strukturiertes bloggen (z.B. die Verwendung von Microformats in Blog-Posts) stellt eine gewisse Hürde für den Verfasser dar, da ein gewisser Mehraufwand in Form von strukturiertem/semantischem HTML notwenig ist. Um diese Hürde so gering wie möglich zu halten gibt es mittlerweile reichlich Plugins für die gängigsten Weblog-Tools sowie die verbreitetsten Mikroformate.

Um den Komfort der strukturellen Inhalte auch auf den Desktop zu bringen gibt es ein schickes Plugin für den Flock Blog-Editor.

hcalendar-flock-blogging.jpg

Blogplus erweitert den Blog-Editor von Flock um eine Menge neuer Features, um unter anderem auch strukturierter bloggen zu können:

Preset Markup allows you to create, store, edit and apply preset html markup to highlighted text, such as preformatted signatures, css styles or html element attributes (id, class, title). This is particulalrly useful for improving productivity for microformat creation. See help page for more info.

oder:

hCalendar allows you to create microformats hCalendar events. This is included as it is a little easier than going the Preset Markup route for the complicated hCalendar markup.

Ich hoffe MarsEdit kommt demnächst mit einem ähnlichen Feature 🙂